Fluch der Wahrheit

Seit dem Verlust seiner Gefährtin widmet sich Torik ganz seiner Aufgabe als Wächter der Berglöwenwandler. Doch dann erfährt er, dass die Autorin Caitlin Walker einen Liebesroman geschrieben hat, dessen Held ihm bis ins kleinste Detail gleicht. Torik reist nach Montana, um herauszufinden, woher Caitlin so viel über ihn weiß. Als diese von skrupellosen Verbrechern überfallen wird, rettet Torik ihr das Leben und gewinnt damit ihr Vertrauen. Auch wenn er die Menschenfrau eigentlich auf Abstand halten sollte, kommen sich die beiden immer näher. Torik steht vor einer schwierigen Entscheidung, denn die Feinde der Wandler warten nur darauf, erneut zuzuschlagen.



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Leseprobe

Prolog

Das Herz hämmerte wild in Toriks Brust. Er musste sie finden, bevor es zu spät  war! Tief atmete er die Waldluft ein und versuchte, eine Spur von ihr zu entdecken. Als halbem Menschen war es ihm früher schwer gefallen, seine Berglöwensinne so zu beherrschen wie die reinrassigen Wandler, doch mit langer Übung war es ihm gelungen. Mehr noch, er hatte Fähigkeiten entwickelt, die andere Wandler nicht hatten. Als sich Erinnerungen an seinen Vater einschlichen, einen Miwok-Indianer, der sie im Stich gelassen hatte, als Torik zehn Jahre alt gewesen war, schüttelte er sie mit einem Knurren ab. Er hatte vor langer Zeit erkannt, dass Tenaya keinen weiteren Gedanken wert war. Außerdem durfte er sich jetzt nicht ablenken lassen, wenn er Arlyn nicht für immer verlieren wollte. Furcht breitete sich in ihm aus, seine Gefährtin vielleicht nie wieder zu sehen, sie nie wieder berühren oder in ihre warmen goldbraunen Augen blicken zu können. Er würde nicht zulassen, dass sie ihm auch noch genommen wurde!
    Noch schneller als zuvor hetzte Torik lautlos durch die Wildnis,in seiner Berglöwengestalt nur ein Schatten zwischen den Bäumen. Er war allein aufgewacht und hatte sofort gespürt, dass Arlyn fort war. Das Laken auf ihrer Seite des Bettes war kalt gewesen und die Hütte hatte sich leer angefühlt, wie tot. Seit Jahren wusste Torik, dass Arlyn labil war, immer in Gefahr, von ihrer wilden Seite verschlungen zu werden und zu vergessen, dass sie auch ein Mensch war. Manche Wandler wurden so geboren, andere entwickelten sich erst mit der Zeit zu Einzelgängern, die dann das Lager der Gruppe verließen und einsam als Berglöwen in den Wäldern lebten. Arlyn war immer zart und zerbrechlich gewesen und er hatte sie vom ersten Moment an geliebt. Zuerst wie ein Bruder, aber als sie dann älter geworden waren, hatte sie auch sein Verlangen geweckt. Ihre langen, fast weißblonden Haare, die helle Haut und hellbraunen Augen waren ein faszinierender Kontrast zu seinen schwarzen Haaren und Augen und der rötlich-braunen Haut, die er von seinem Vater geerbt hatte. Er liebte es, einfach nur neben ihr zu liegen, sie anzusehen und mit den Fingern Muster auf ihre Haut zu malen.
    Sein Herz zog sich schmerzhaft zusammen, als er sich vorstellte, dass Arlyn ihre menschliche Seite nie wieder zeigen könnte. Obwohl er sie auch als Berglöwin schön fand: mit dem hellen, fast weißen Fell und dem zarten Knochenbau war sie mehr als ungewöhnlich. Aber noch mehr würde ihm ihr Lachen fehlen, das er in letzter Zeit immer weniger gehört hatte. Er hätte darauf
vorbereitet sein müssen, dass sie ihn irgendwann vielleicht verlassen würde, aber er hatte gehofft, sie durch seine Liebe halten zu können. Und auch ihre Eltern zählten auf ihn. Die Vorstellung, wie sie auf den Verlust ihrer einzigen Tochter reagieren würden, verstärkte seinen Wunsch, Arlyn auf jeden Fall zu finden und nach Hause zu bringen. Es gab keinen anderen Weg, denn ohne sie wäre auch sein Leben zu Ende. Die Zähne fest gegen den Schmerz zusammengepresst, folgte er ihrer Duftspur, die ihn immer tiefer in die Wildnis führte.
    Erleichterung machte sich in Torik breit, als ihr Geruch nach einiger Zeit stärker wurde. Sie musste in der Nähe sein, er konnte ihre Anwesenheit regelrecht spüren, auch wenn er sie nicht sah. Mit allen Sinnen konzentrierte er sich auf Arlyn und entdeckte sie schließlich in einem Dickicht. Langsam näherte er sich ihr und versuchte, nicht bedrohlich zu wirken. Schließlich verwandelte er sich und blieb einige Meter vor ihr sitzen.
    Vorsichtig streckte er die Hand aus. »Hallo Arlyn. Ich habe dich gesucht.« Die Berglöwin sah ihn nur an, näherte sich aber nicht und verwandelte sich auch nicht. Toriks Herz zog sich zusammen, als er das Misstrauen in ihren Augen erkannte. Also bemühte er sich, es zu zerstreuen. »Ich habe dich vermisst, als ich heute Morgen in unserem Bett aufgewacht bin. Die Nacht war sehr schön, findest du nicht?« Sie hatten sich so leidenschaftlich geliebt, dass er jetzt noch weiche Knie bekam, wenn er daran dachte. Im Nachhinein fragte er sich, ob Arlyns Berührungen nicht etwas Verzweifeltes gehabt hatten, ob er hätte spüren müssen, dass sie ihn verlassen würde.
    Wieder sah Arlyn ihn nur an, diesmal glaubte er aber, in ihren Augen ein Echo seiner Gefühle wahrnehmen zu können. Oder er bildete es sich nur ein, weil er es sich mehr als alles andere wünschte. »Arlyn, kannst du zu mir kommen? Ich möchte dich gerne berühren.«
Diesmal legte sie den Kopf schräg und seine Hoffnung wuchs, dass er sie erreichen konnte. Langsam bewegte er sich vorwärts, bemüht, so harmlos wie möglich zu wirken. Was bei seiner Größe und der Breite seiner Schultern nicht einfach war. Aber Arlyn musste doch wissen, dass er sich eher die Hände abhacken würde, als ihr weh zu tun. Torik blieb stehen, als Arlyn einen Schritt nach hinten tat. Wie sollte er sie erreichen, wenn er sie nicht einmal berühren konnte? Wieder einmal wurde ihm bewusst, dass er kein großer Redner war und Probleme hatte, über seine Gefühle zu sprechen. Aber es musste sein, wenn er seine Gefährtin nicht verlieren wollte.
    Torik holte tief Luft und ließ sie langsam entweichen. »Ich brauche dich, Arlyn, du bist mein Leben. Ich weiß, dass ich das nicht oft genug gesagt habe, aber ich liebe dich über alles.«
    Sie blieb stehen und sah ihn aufmerksam an. Torik bildete sich ein, in ihren Augen Liebe zu entdecken.
    Er bemühte sich, seine Stimme noch beruhigender klingen zu lassen. »Komm bitte zu mir und lass uns nach Hause gehen.« Wieder streckte er die Hand nach ihr aus und diesmal kam sie tatsächlich näher. Zwei Meter vor ihm blieb sie schließlich stehen. Torik hockte sich auf den Waldboden und lächelte sie an. »Kannst du dich für mich verwandeln?« Hoffnung durchströmte ihn, als sie sich tatsächlich zu verwandeln begann. Mit Mühe gelang es ihm, sich nicht sofort auf sie zu stürzen und sie zu umarmen, was sie nur verschrecken würde.
    Arlyn richtete sich auf, ihre Arme um ihren nackten Oberkörper geschlungen, als wäre ihr kalt. Als sie zu ihm aufschaute, konnte er die Qual in ihren Augen sehen. Ihre Haut war noch blasser als gewöhnlich und ein Zittern durchlief sie. Die langen Haare hingen wirr in ihr Gesicht und umgaben ihren Körper. »Torik.« Ihre Stimme klang rau und er sah die Reißzähne aufblitzen. Anscheinend war es ihr nicht gelungen, sich vollständig zu verwandeln.
    Torik hatte Mühe, sein Lächeln beizubehalten. »Ja, mein Schatz.« Vorsichtig schob er sich ein Stück vor, bis er mit seinen Fingerspitzen ihren Arm berühren konnte. Ein Schauder schüttelte sie, ihre Augen schlossen sich. »Sieh mich an. Bitte.«
    Arlyns Lider hoben sich und es lag ein so tiefer Schmerz in ihrem Blick, dass Torik ihn körperlich fühlte. »Ich kann nicht mehr, Torik.«
    Sein Herz krampfte sich zusammen. »Versuch es bitte, für mich. Für uns.«
    Langsam schüttelte sie den Kopf. »Der Drang ist zu stark, ich kann ihn nicht mehr unterdrücken. Ich habe so lange dagegen angekämpft, ich bin müde.«
    Torik nahm ihre Hand in seine. »Zusammen können wir es schaffen. Du darfst nicht aufgeben!«
    Arlyns Finger strichen über seine Wange, ein trauriges Lächeln hob ihre Mundwinkel. »Ich liebe dich, Torik. Es tut mir leid.« Damit begann sie, sich zu verwandeln.
    Verzweifelt sprang er vor und umschlang sie mit seinen Armen. »Nein, bleib bei mir!«
Sie fauchte warnend und versuchte, sich aus seinem Griff zu winden. Doch Torik wusste, dass sie für immer für ihn verloren war, wenn er sie jetzt losließ. Er legte seinen Kopf an ihren Nacken. »Bitte, versuch es!«
    Er spürte es kaum, wie sie ihre Pfoten gegen seine Beine drückte, um ihn von sich zu stoßen. Erst als ein scharfer Schmerz durch seinen Arm fuhr, lockerte er seinen Griff und Arlyn gelang es, sich zu befreien. »Nein!«
    Ein paar Meter entfernt blieb sie stehen und sah ihn noch einmal aus traurigen Augen an, dann drehte sie sich um und jagte davon. Torik wusste, dass er sie einholen konnte, aber er blieb einfach sitzen, seinen Arm an die Brust gepresst. Es war vorbei. Er hatte sie verloren. Selbst wenn er sie noch einmal fand und mit ins Lager schleppte, würde er sie nicht dort halten können. Das, was er und ihre Eltern schon seit langem befürchteten, war eingetreten: Arlyn war zu einer Einzelgängerin geworden. Leidenschaftslos blickte Torik auf seinen Arm hinab, über den sich eine lange blutige Wunde zog. Anstatt sie zu lecken, um das Blut zu stoppen und Narbenbildung zu verhindern, verwandelte er sich in einen Berglöwen und legte sich hin. Vielleicht hatte er Glück und starb am Blutverlust.


Kapitel 1

12 Jahre später

Mit einem schlechten Gefühl lief Torik auf Finns Hütte zu. Der Ratsführer hatte ihn während seiner Schicht als Wächter rufen lassen und das tat er normalerweise nur, wenn etwas Unvorhergesehenes geschehen war. War die Ruhe, die in den vergangenen Monaten geherrscht hatte, nun zu Ende? Nach dem missglückten Angriff von Menschen auf das Lager der Adlerwandler, bei dem es im Spätherbst auf beiden Seiten Tote und Verletzte gegeben hatte, war es überraschend ruhig gewesen. Torik hatte erwartet, dass die Menschen nun erst recht versuchen würden, die Wandler zu finden, um sich zu rächen oder um weitere Experimente an ihnen durchzuführen. Doch nichts war geschehen, und es hatte sich allmählich wieder so etwas wie Normalität eingestellt. Die Kinder durften endlich etwas freier umherlaufen – natürlich unter Aufsicht – und es fanden auch wieder Versammlungen statt, die nichts mit Notfällen zu tun hatten, sondern dem Gruppenzusammenhalt galten. Torik hatte sie zwar nicht unbedingt vermisst, aber er wusste, dass viele der anderen diese Treffen brauchten.
    Bevor Torik bei Finns Hütte ankam, verwandelte er sich. Ein seltenes Lächeln überzog sein Gesicht, als er Marisas und Coyles Geruch erkannte. Coyle war damals zur gleichen Zeit Wächter geworden und jahrelang mit ihm durch die Wälder gestreift, auch noch, nachdem er zum Ratsführer gewählt worden war. Dieses Amt hatte Coyle zehn Jahre lang ausgefüllt, bis er es vor neun Monaten an Finn weitergegeben hatte, um mit seiner Gefährtin Marisa am Rand des Waldes zu leben. Zuerst war Torik misstrauisch gewesen, als Coyle Marisa mit ins Lager brachte, doch sehr schnell hatte er erkannt, dass die Menschenfrau nicht vorhatte, den Wandlern zu schaden. Und vor allem liebte sie Coyle und machte ihn glücklicher, als Torik ihn je gesehen hatte.
    Er ignorierte den Anflug von Neid und klopfte an die Tür.
    »Komm herein.« Finns Stimme klang normal, deshalb war Torik überrascht, als er in die Hütte trat und die ernsten Gesichter sah. »Was ist passiert?«
    Finn blickte ihn forschend an. »Wir hatten gehofft, du könntest uns das sagen.«
    Marisa schnaubte. »Können wir uns vielleicht erst noch ordentlich begrüßen, bevor ihr mit dem Geschäft anfangt?« Sie kam auf Torik zu und umarmte ihn. »Du siehst müde aus.«
    »Nachtschicht.« Was nur eine halbe Lüge war. Er schob sie ein Stück von sich weg und betrachtete sie aufmerksam. »Es scheint, als würde Coyle dich gut behandeln.« Sie strahlte geradezu vor Glück, ihre dunkelbraunen Augen funkelten lebhaft und ihre vollen Lippen waren wie stets zu einem Lächeln verzogen.
    Marisa warf ihren schwarzen Zopf über die Schulter. »Natürlich.« Sie schrie überrascht auf, als Coyle ihren Arm ergriff und sie zu sich zurückzog, bis er sie mit seinen Armen umfangen konnte. »He, was soll das?«
    Coyle küsste ihren Nacken und Marisa schmiegte sich automatisch an ihn. »Ich mache klar, zu wem du gehörst.«
    »Als wenn ich das nicht wüsste.« Sie versuchte, ihn streng anzusehen, aber ihre geröteten Wangen sprachen für sich.
    Torik blickte Finn an, der amüsiert den Kopf schüttelte. »Es hat sich nichts geändert, oder?«
Finns Gesichtsausdruck wurde ernst. »Jedenfalls nicht in der
Beziehung.«
    Als Torik ihn genauer betrachtete, stellte er fest, dass das Glück, das den Ratsführer stets umgab, seit er sich offiziell zu seiner Gefährtin Jamila bekannt hatte, von Sorge abgelöst worden war. »Ist irgendwas mit Jamila?«
    »Nein, sie ist bei Fay und lernt, wie man die Heilsalbe anmischt.«
    Torik zog beide Augenbrauen hoch. »Die heilige, streng geheime Salbe?« Die Heilerin Fay hatte bisher noch nie jemandem das Rezept verraten, doch sie schien die schwarze Leopardin unter ihre Fittiche genommen zu haben und brachte ihr nun alles bei, was sie wusste.
    »Genau die. Seit Conner und Melvin bei ihr leben, ist Fay zugänglicher geworden.«
    Marisa lachte. »Lass sie das nicht hören, Finn. Obwohl sie tatsächlich deutlich zufriedener wirkt.«
    Torik stimmte ihr innerlich zu. Genau das war der Grund, warum er sich noch weiter von der Gruppe zurückgezogen hatte: Er ertrug es nicht, dass überall um ihn herum Liebespaare aus dem Boden zu sprießen schienen. Nicht, dass er seinen Freunden das Glück nicht gönnte, es war nur sehr schwer mit anzusehen, wenn er wusste, dass er nie wieder etwas Ähnliches erleben würde. Im Gegensatz zu Coyle und Finn hatte er seine Gefährtin bereits in sehr jungen Jahren gefunden, aber seine Liebe hatte nicht ausgereicht, um sie zu halten, und er konnte sich nicht vorstellen, noch einmal einer anderen Frau so viel Macht über sich zu geben. Vermutlich konnte er überhaupt nicht mehr lieben, seit er Arlyn verloren hatte. Es war, als wäre damals sein Herz zerstört worden. Unbewusst rieb Torik über seine Narbe und bemerkte erst, was er tat, als Finns mitleidiger Blick auf seinen Arm fiel. Torik zwang sich, seine Hand fallen zu lassen und ballte
sie stattdessen zur Faust.
    »Weshalb hast du mich kommen lassen?« Er merkte, dass seine Frage schroff klang, aber er entschuldigte sich nicht dafür.
    »Marisa hat etwas entdeckt, das uns – gelinde gesagt – Sorgen bereitet. Wir hatten gehofft, du könntest uns etwas dazu sagen.«
    Torik richtete sich gerader auf. »Sind wieder Menschen aufgetaucht? Soll ich sie …?«
    Finn hob beschwichtigend die Hand. »Nein, nichts dergleichen. Marisa?«
    Marisa löste sich aus Coyles Umarmung und holte etwas aus ihrer Tasche. Verwundert erkannte Torik, dass es ein Buch war. »Isabel hat mich neulich auf ein Buch aufmerksam gemacht, das sie gelesen hat. Es ist ein Fantasy Romance, also ein paranormaler Liebesroman, und handelt von Gestaltwandlern. Um genau zu sein, geht es um Berglöwenwandler und sie leben versteckt in der Wildnis in der Nähe des Yosemite National Parks.«
    Torik rieb über seine Stirn. »Ich kenne mich damit nicht aus, aber es gibt doch sicher viele solcher Romane, oder?«
    Marisa nickte zustimmend. »Sehr viele. Aber ich habe nachgeforscht und keiner der anderen handelt von Berglöwen, die genau hier leben und der auch in der heutigen Zeit spielt. Isabel hat ihn mir geschickt, weil mich interessiert hat, wie nah die Fantasie der Autorin der Wahrheit kommt.« Sie blickte zu Coyle, der ihr zunickte. »Um es kurz zu machen: sie kommt sehr nahe. Von den Eigenschaften der Wandler bis hin zur Beschreibung des alten Lagers samt Versammlungshöhle.«
    »Du meinst, es ist nicht nur Zufall, sondern sie schreibt über uns?« Das war das Schlimmste, was passieren konnte, denn wer wusste schon, ob nicht irgendwelche irren Leser auf die Idee kamen, nach den Wandlern zu suchen. Ganz zu schweigen von ihren Feinden, die sich solch eine Gelegenheit sicher nicht entgehen lassen würden.
    Marisa sah ihn ruhig an. »Entweder war sie schon hier oder sie kennt jemanden, der sie mit Informationen versorgt hat.«
    »Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand von uns so dumm wäre, das zu tun.« Seine Augenbrauen zogen sich zusammen, als ihm ein Gedanke kam. »Melvin?« Der junge Wandler hatte sie schließlich schon einmal verraten.
    Finn mischte sich ein. »Nein, ausnahmsweise mal nicht. Er hatte den Verbrechern eher generelle Informationen gegeben, nicht so detaillierte.«
    »Hat vielleicht jemand von uns unter Pseudonym den Roman geschrieben?« Torik hatte zwar von niemandem gehört, der schriftstellerische Ambitionen zeigte, aber zugegebenermaßen kannte er die meisten anderen Gruppen-mitglieder nicht gut genug, um das ausschließen zu können.
    Marisa schüttelte bereits den Kopf. »Nein, ich habe es nachgeprüft, die Autorin existiert wirklich und schreibt seit Jahren Liebesromane, nur bisher nie über Gestaltwandler.«
    Ratlos blickte Torik Finn an. »Was sagt der Rat dazu? Sollen wir eingreifen?« Finn hatte einen merkwürdigen Gesichtsausdruck, der Torik überhaupt nicht gefiel. Ein ungutes Gefühl breitete sich in ihm aus.
    »Ich habe noch nicht mit dem Rat gesprochen, weil wir dachten, dass wir uns erst anhören, was du dazu sagst.«
    Toriks Herz begann heftiger zu schlagen. »Ihr denkt doch wohl nicht, ich hätte etwas damit zu tun?«
    »Nein, aber …«
    Als Coyle nicht weitersprach, spürte Torik Wut in sich hochkriechen. »Aber was?«
    Marisa antwortete schließlich. »Der Held der Geschichte, ein Berglöwenmann, trägt den Namen Tarek. Er hat lange schwarze Haare, schwarze Augen und sein Vater war ein Indianer, der die Gruppe verlassen hat, als Tarek noch ein Kind war.«
    Das Blut wich aus Toriks Kopf, während der alte Schmerz ihn überrollte. Marisa schlang ihre Hand um seinen Arm und führte ihn zu einem Stuhl, auf den er sich schwer sinken ließ. Wie betäubt schüttelte er den Kopf. »Ich kann mir das nicht erklären. Das muss ein Zufall sein.«
    Mitfühlend sah Marisa ihn an. »Zusammen mit allem anderen kann ich mir nicht vorstellen, dass es Zufall ist.« Sie hielt ihm das Buch hin, schlug es auf der letzten Seite auf und deutete auf das Autorenfoto. »Hast du sie schon mal gesehen?«
    Torik betrachtete das schwarz-weiße Bild. Die Frau hatte ein rundes Gesicht, das von einem wüsten Haarmob in undefinierbarer Farbe umgeben war. Der großzügige Mund war zu einem etwas gezwungenen Lächeln verzogen. Am Auffälligsten waren sicherlich die großen hellen Augen, die ernst in die Kamera blickten. »Nein, ich kenne sie nicht.« Torik merkte, wie rau seine Stimme klang und räusperte sich. »Hier steht, dass sie Caitlin Walker heißt und am Hebgen Lake beim Yellowstone National Park lebt. Das ist in Montana. Ich wüsste nicht, wie ich jemals mit ihr in Verbindung gekommen sein könnte.«
    Finn rieb über sein Kinn. »Verdammt, ich hatte gehofft, du hättest irgendeine vernünftige Erklärung dafür. Mir gefällt es nicht, wenn jemand da draußen ist, der Geschichten über uns schreibt und anscheinend über Insiderinformationen verfügt.«
    Torik stand abrupt auf. »Glaubst du, mir? Aber ich werde herausfinden, woher sie von uns weiß, das kann ich dir versprechen.«
    Coyle sah ihn ernst an. »Wie denn? Du kannst sie schließlich schlecht danach fragen.«
    »Ich werde zu ihr fahren und einen Weg finden.« Torik biss die Zähne zusammen, als er sich vorstellte, dafür in die Menschenwelt gehen zu müssen.
    »Hältst du das für eine gute Idee? Was ist, wenn sie dich sieht?« Finn klang nachdenklich.
    »Hast du einen besseren Vorschlag? Und keine Angst, sie wird mich gar nicht bemerken.«
    Finn nickte. »Okay, fahr hin, aber sei vorsichtig.«
    Torik lächelte grimmig. »Das bin ich immer.«
    Marisa drückte ihm das Buch in die Hand. »Hier, vielleicht kannst du das gebrauchen. Aber Vorsicht, es ist teilweise … äh … recht deutlich, besonders was die Liebesszenen angeht.« Sie lachte über seinen Gesichtsausdruck. »Du kannst sie auch einfach überspringen, wenn es dir zu heiß wird.«
    Coyle grinste. »Wer weiß, vielleicht gefallen sie ihm.«
    Finns Lächeln hielt nur kurz. »Wann willst du los?«
    »Wenn ich hier nicht gebraucht werde, sofort.«
Torik bremste leicht ab, als er sich der Abzweigung zu Caitlin Walkers Grundstück am Hebgen Lake näherte. Da sonst keine Fahrzeuge unterwegs waren, nutzte er die Gelegenheit, einen Blick die Auffahrt hinauf zu werfen. Das Haus lag am Hang, versteckt hinter Bäumen und Felsen. Zufrieden, dass es keine
anderen Häuser in unmittelbarer Nähe gab, fuhr er ohne anzuhalten weiter. Er würde den Jeep, den ihm Coyles Mutter Aliyah zum Rand der Wildnis gebracht hatte, irgendwo unauffällig parken und dann zu Fuß zurückkommen, um das Grundstück auszukundschaften. Wenn sie nicht zu Hause war, konnte er sich auch in ihrem Haus umsehen, vielleicht würde er dort Hinweise darauf entdecken, woher sie die Informationen über Wandler bekam. Nachdem er den Wagen abgestellt hatte, stieg er aus und streckte sich. Er schnitt eine Grimasse, als seine Muskeln gegen die lange Fahrt protestierten.
    Seit morgens war er unterwegs, die sechshundert Meilen waren die längste Strecke, die er je am Stück gefahren war. Aber er hatte nicht noch mehr Zeit verlieren wollen. Das Buch dieser Caitlin Walker war bereits vor einem Monat erschienen, wer wusste, wieviele Menschen es schon gelesen hatten. Torik schulterte den Rucksack und begann, sich querfeldein auf das Grundstück zuzubewegen. Er wollte nicht riskieren, dass ihn jemand von der Straße aus sah. Als er endlich wieder von Vegetation umgeben war und die Bewegung seine Muskeln lockerte, fühlte er sich sofort wohler. Leichtfüßig lief er den Hügel hinauf und wünschte, er könnte sich verwandeln. Doch damit würde er noch warten, bis er sich umgesehen hatte. Vielleicht hatte sie einen Hund, der einen Radau veranstalten würde, sobald er ihn roch, so wie Marisas Bloodhound Angus es gerne tat. Instinktiv lief ihm eine Gänsehaut über den Rücken.
    Torik blieb in den dichten Büschen am Rande des Grundstücks stehen und betrachtete das großzügige Holzhaus, das sich an die dahinter liegenden Hügel zu schmiegen schien. Es war in einem dunklen Grünton gestrichen, Dach und Fenster dagegen strahlten weiß. Seitlich versetzt hinter dem Haupthaus stand noch ein kleineres Gebäude in den gleichen Farben, wahrscheinlich die Garage. Alles wirkte gepflegt und edel. Anscheinend verdiente sie nicht schlecht als Autorin – auf Kosten der Wandler. Wut durchströmte Torik und er musste sich zügeln, nicht ins Haus zu stürmen und sie zur Rede zu stellen. Doch das würde warten müssen, bis es dunkel war, denn das Haus war von einer breiten, trotz der Trockenheit des Sommers überraschend grünen Rasenfläche umgeben, über die er sich nicht ungesehen nähern konnte. Zuerst musste er herausfinden, ob Caitlin im Haus war, bevor er das Risiko einging, dort einzubrechen. Vermutlich würde sie es nicht lustig finden, wenn ein fremder Mann in ihre Fenster blickte.
    Vorsichtig schlich er um das Grundstück herum, bis er vom Haus ungesehen hinter der Garage herauskam. Ein Blick durch das kleine rückwärtige Fenster bestätigte, dass sich ein Wagen darin befand, die Autorin schien also zu Hause zu sein, sofern sie nicht mehrere Autos besaß. Torik zog sich wieder in die Büsche zurück. Nachdem er einen Standort gefunden hatte, von dem aus er das Haus und das Grundstück gut überblicken konnte, richtete er sich dort ein und wartete auf die Dunkelheit. Es würde nicht mehr lange dauern, der Himmel über den Bergkuppen, die hinter dem See aufragten, färbte sich bereits rötlich. Einen Moment lang war Torik von dem wunderschönen Panorama gefangen, dann schob er das Gefühl beiseite. Dafür war er nicht hierher gekommen, Natur gab es auch im Berglöwengebiet genug.
    Torik nahm ein Stück Brot aus seinem Rucksack und lehnte sich mit dem Rücken gegen einen Baumstamm. Wenn er schon warten musste, konnte er die Gelegenheit nutzen und ein wenig lesen, solange es noch hell genug dafür war. Das Cover bestand aus einer Landschaft, vor der ein übermäßig muskulöser nackter Mann mit langen schwarzen Haaren und einem übertrieben grimmigen Gesichtsausdruck stand, neben ihm ein Berglöwe in Angriffspose. Torik rollte mit den Augen und schlug das Buch auf. Zuerst besah er sich noch einmal das Autorenfoto und versuchte zu verstehen, wie jemand, der derart harmlos aussah, so skrupellos sein konnte, Informationen über echte Wandler in einem Buch zu verarbeiten. Natürlich wusste er, dass man nicht jedem ansehen konnte, was er wirklich dachte. Doch auch die Liste von bisherigen Veröffentlichungen deutete nicht darauf hin, dass Caitlin etwas anderes war als eine Autorin von Liebesromanen. Bisher hatte sie ein Dutzend Romane veröffentlicht, einige davon waren Bestseller.
    In Erinnerung an Marisas warnende Worte zum Inhalt schlug Torik mit einem Seufzer die erste Seite auf.

    Unruhig lief Tarek die äußere Grenze ihres Gebiets entlang, auf der Suche nach demjenigen, dessen Geruch er witterte. Es war eindeutig ein Mensch und vor allem eine Frau, die hier nichts zu suchen hatte. Das Lager der Berglöwenwandler lag versteckt in der Wildnis hinter den Grenzen des Yosemite National Parks, wo sie sicher sein konnten, nie von den Menschen entdeckt zu werden. Und trotzdem war diese Frau hier, sie roch nach Sonne und Honig – und nach Furcht. Tarek wünschte, er hätte einem der anderen Wächter die Aufgabe überlassen, herauszufinden, wer oder was einen ihrer Sensoren ausgelöst hatte, mit denen sie ihr Gebiet schützten. Aber nein, er hatte sich freiwillig gemeldet, um damit der Versammlung zu entgehen, die er mied, so oft es ging. Tarek schüttelte den Gedanken ab und schlich sich näher an die Menschenfrau heran. Sein Herz klopfte im Takt seiner Schritte, während seine Pfoten auf dem weichen Waldboden keinen Laut verursachten.
    Schließlich war er nah genug, dass er die Fremde sehen konnte. Langes hellblondes Haar schimmerte fast weiß im Licht des Vollmonds, ihre Haut wirkte wie Porzellan. Seine empfindlichen Ohren fingen ihre keuchenden Atemzüge auf, während sie durch den dunklen Wald stolperte und dabei immer weiter in das Gebiet der Berglöwen eindrang. Tarek nutzte den Vorteil seiner besseren Sehkraft aus und näherte sich ihr unbemerkt bis auf wenige Meter. Vermutlich hätte er sie töten sollen, damit sie die Wandler nicht verraten konnte, aber irgendetwas hielt ihn zurück. So folgte er ihr nur wie ein Schatten, um zu sehen, was sie vorhatte. Erst als sie dem Lager immer näher kam, entschied er, dass er sie aufhalten musste. Er setzte zum Sprung an und …

    Torik hob abrupt den Kopf, als er einen fremden Geruch witterte. Die Haustür öffnete sich und eine Frau trat heraus. Ohne hinzusehen steckte Torik das Buch in den Rucksack und richtete sich auf. Caitlin Walker sah genauso aus wie auf dem Foto – nur in Farbe. Sie hatte runde, für das heutige Schönheitsideal vermutlich etwas zu breite, Hüften und große Brüste, wilde schulterlange Haare in einer undefinierbaren Farbe irgendwo zwischen blond und braun und vor allem diese großen, ausdrucksvollen Augen. Im Moment kniff sie sie gegen die Sonne zusammen, als wäre sie die Helligkeit nicht gewöhnt. Caitlin drehte sich um und jonglierte eine Tasche, Jacke und ihren Schlüssel, wobei sie letzteren mehrfach fallen ließ, bevor sie ihn schließlich in das Schlüsselloch schob und die Tür abschloss. Dabei murmelte sie irgendetwas vor sich hin, dass Torik trotz seines guten Gehörs nicht verstehen konnte.
    Vielleicht war er auch dadurch abgelenkt, wie gut ihr Po die Jeans ausfüllte oder von dem Duft nach Wildblumen, der von ihr ausging. Torik schüttelte den Kopf und erinnerte sich daran, weshalb er hier war. Und wer diese Frau war. Der Anfang des Buches hatte ihn so in die Geschichte hineingezogen, dass er sie beinahe nicht bemerkt hätte. Wie zum Teufel konnte sie von den Wächtern wissen und den Sensoren und – noch schlimmer – davon, wie ungern er zu den Versammlungen ging? Und die Beschreibung der Menschenfrau klang so sehr nach Arlyn, dass sich sein Herz schmerzhaft zusammengezogen hatte. Aber es konnte niemand von Arlyn wissen, sie hatte bereits vor zwölf Jahren die Gruppe verlassen. War es also nur ein Zufall? Schon die wenigen Zeilen führten ihm deutlich vor Augen, dass er um jeden Preis herausfinden musste, was Caitlin wusste und vor allem woher.
    Aufmerksam beobachtete er, wie sie zur Garage ging. Anscheinend wollte sie wegfahren, was ihm die Gelegenheit geben würde, sich in ihrem Haus umzusehen. Aber was, wenn sie sich mit jemandem traf, von dem sie neue Informationen über die Wandler bekam? Die Wahrscheinlichkeit war nicht besonders hoch, doch er wollte sich nicht hinterher vorwerfen müssen, nicht allen Spuren nachgegangen zu sein. Außerdem war es sicher sinnvoll, ihre Gewohnheiten auszukundschaften. Kurzentschlossen sprintete Torik geduckt durch die Büsche, als Caitlin in die Garage trat. Erst als er jenseits des Grundstücks war, richtete er sich auf und rannte so schnell wie möglich zum Jeep. Er konnte nur hoffen, dass sie mit ihrem Auto genauso langsam war wie an der Haustür, denn sonst konnte sie ihn bereits abgehängt haben.
    Torik fuhr auf die Hebgen Lake Road und atmete erleichtert auf, als er sah, dass der Wagen noch vor der Garage stand. Rasch bog er in eine Straße ein und wendete, damit er ihr folgen konnte, sobald sie aus ihrer Auffahrt kam. Es schien unendlich lange zu dauern, bis sie ihr kleines knallrotes Auto auf die Straße lenkte. Als sie an ihm vorbeifuhr, sah er, dass sie stur geradeaus blickte und dabei ihre Lippen bewegte. Redete sie mit jemandem? Aber er hatte keine Möglichkeit, das herauszufinden, er konnte ihr nur möglichst unauffällig folgen und sehen, wohin sie fuhr.
    Die Straße schlängelte sich malerisch am Ufer des Hebgen Lakes entlang und wurde auf der anderen Straßenseite von einem mit Nadelbäumen bedeckten Hügel begrenzt. Dazwischen gab es einige kleinere Siedlungen und Flächen, in denen nur vertrocknete Gräser und Sträucher wuchsen. Die Höhe von über zweitausend Metern und die trockene Luft schienen für viele Pflanzen zu extrem zu sein. Umso erstaunlicher war Caitlins frischer, grüner Rasen. Torik vermisste die Wildnis in ihrem Gebiet, seine Haut fühlte sich schon jetzt ganz ausgetrocknet an. Schließlich verließen sie den See, überquerten den Grayling Creek und fuhren ins Landesinnere. Als Caitlin nach rechts abbog, vermutete Torik, dass sie nach West Yellowstone fahren würde, die einzige etwas größere Stadt mit genügend Einkaufsmöglichkeiten in der Umgebung. Um in den Yellowstone National Park zu fahren, war es bereits zu spät, und er hatte auch keine Reisetasche gesehen, die darauf schließen ließ, dass Caitlin woanders übernachten wollte.
    Zufrieden, dass er Recht hatte, folgte Torik ihr in die kleine Stadt, die hauptsächlich von den vielen Touristen lebte, die jährlich in den National Park strömten. Es war kein Problem, Caitlin in den schachbrettartig angelegten Straßen nicht aus den Augen zu verlieren. Sie fuhr einfach zu ihrem Ziel, ohne je zu bemerken, dass sie verfolgt wurde. Außer sie hatte ihn gesehen und wollte ihn nun in einen Hinterhalt locken. Torik schüttelte den Kopf. Nein, Caitlin wirkte nicht so, als hätte sie dafür Talent und vor allem beachtete sie ihre Umgebung viel zu wenig. Ein Auto hinter ihr hupte, als sie bei Grün nicht sofort losfuhr und Torik lächelte grimmig. Als er schon fast dachte, dass sie gar kein Ziel hatte, hielt sie vor einem Supermarkt am Ende des Ortes. Torik parkte ein paar Reihen weiter und beobachtete, wie sie hineinging. Nach kurzer Überlegung stieg er ebenfalls aus und folgte ihr. Er hatte keine Angst, sie zu verlieren, schließlich kannte er jetzt ihren Duft. So ließ er sich einfach von seiner Nase führen und achtete darauf, ihr niemals zu nahe zu kommen, damit sie ihn nicht entdeckte.
    Sie schien einen regelrechten Großeinkauf zu tätigen und nach einer halben Stunde wünschte sich Torik, er wäre im Wagen geblieben. Caitlin blickte nur auf ihre Einkaufsliste und schien die anderen Menschen gar nicht zu beachten. Es war
offensichtlich, dass sie sich hier mit niemandem traf. Stattdessen schob sie ihren Einkaufswagen endlich zur Kasse und bezahlte mit einer Kreditkarte. Vollgepackt mit lauter Tüten und ihrer riesigen Tasche kehrte sie zu ihrem Auto zurück. Torik saß bereits in seinem Jeep und wartete darauf, dass sie einstieg, doch sie lud nur die Einkäufe ein und zögerte dann. Unauffällig schob sie etwas in ihre Jackentasche und schloss die Wagentür. Torik duckte sich, als sie sich umsah, während sein Herz schneller zu klopfen begann. Bisher hatte sie sich ganz normal benommen, doch jetzt war es offensichtlich, dass sie befürchtete, beobachtet zu werden. Als sie sich umdrehte und losging, stieg Torik wieder aus dem Jeep und folgte ihr in einiger Entfernung. Seine Vorahnung bestätigte sich, als Caitlin sich noch einmal umblickte und dann in eine schmale Gasse zwischen zwei Gebäuden schlüpfte. Ein seltsames Gefühl der Enttäuschung durchfuhr ihn, das er sich nicht erklären konnte. [...]

Und wer jetzt wissen möchte, wie es weitergeht, findet 'Fluch der Wahrheit' bei jedem Buchhändler oder beim  Lyx-Verlag. Die Leseprobe gibt es auch auf der Lyx-Homepage als pdf-Datei.


Rezensionen

[...]Herausgekommen ist dabei eine unschlagbare Mischung aus Humor, Leidenschaft und Spannung. [...]

Tina Dick, LoveLetter (Link zur Homepage)

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[...] Die beiden Hauptfiguren haben mir super gefallen. Caitlin, die etwas fülligere Autorin, die Liebesroman schreibt ist mir wirklich sehr sympathisch. Torik ist der typische tortured Hero, den man ja bereits in den anderen Bücher kennenlernen konnte. [...]
Astrid, Letannas Blog, 12. Mai 2011 (Link zur Rezension)

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Spannung pur bis zum Schluß und darüber hinaus und Romantik und Erotik fehlen auch nicht. Unbedingt lesen, ist ein Must have der Fantasieromane.

Molly45, Emsdetten, 14.05.2011 (Link zur Rezension)


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[...] Die Story ist spannend, jedoch kommen die Gefühle und die Erotik- wie immer bei Michelle Raven- nicht zu kurz. [...]

DarkReader, Lovelybooks, 13.05.2011 (Link zur Rezension)